Mittwoch, 30. Mai 2012

Zähne und Flüge



Beim Anblick einer Reklame für Geschenkgutscheine für einen Zahnarztbesuch fühlte ich gestern nach langer Zeit mal wieder Heimweh nach Deutschland. Dabei liegt die Lösung so nahe.

Die Försäkringskassan trägt für in Schweden gemeldete Personen ihren Teil zur jährlichen zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung bzw. Behandlungen bei. Das gilt auch und gerade für Zahnarztbesuche im europäischen Ausland. Die Reise in die alte Heimat kann also auch ein praktischen Nutzen haben.

Da die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung dort im Allgemeinen niedriger sind, bleibt meist nur noch ein symbolischer Betrag für den Patienten zu entrichten. Zumindestens die Kosten für das Flugticket hat man da beinahe wieder raus.



Alles weitere hier


Mittwoch, 23. Mai 2012

Einar




Rechtschreibschwäche? Schwedischer Vorname!

Mittwoch, 16. Mai 2012

Eldgarnsö- Das komprimierte Schweden




Die Schönheit der Stockholm vorgelagerten Landschaft in der Ostsee ist ja kaum ein Geheimnis. Der Schärengarten mit seinen tausenden und zehntausenden Inseln und Felsen zieht daher jedes Jahr mindestens ebenso viele Touristen aus aller Welt an.
Die ansehnliche Lage der Stockholmer Innenstadt auf 14 Inseln ist ebenfalls allgemein bekannt, macht vielleicht sogar ihren hauptsächlichen Reiz aus und zieht Massen von Besuchern an.

Die in westliche Richtung anschließende Landschaft jedoch, der Mälarsee mit seinen unzähligen Inseln und seinen versteckten Buchten, immerhin Schwedens drittgrößter See, ist vielen Besuchern unserer Gegend immer noch kein Begriff und wird in deren Urlaubsplanungen daher auch nicht allzu oft berücksichtigt.


Alte Mühle auf Eldgarnsö


Höchstens noch Schloß Gripsholm in Mariefred an der Südseite des Sees, Birka, Überbleibsel der Wikingerzeit oder das Domizil des Königshauses auf der Insel Drottningholm lockt den einen oder anderen hierher. Aber damit hat es sich schon mit den touristischen Sammelpunkten erledigt.

Das muss ja nicht schlecht sein.

So bleibt es schön ruhig und man findet leicht eine einsame und erholsame Stelle relativ in Stadtnähe, ganz im Gegensatz zu so mancher Insel im Schärengarten. Andererseits ist es doch ziemlich schade für den Besucher unserer Gegend. Auf diese Weise entgeht ihm doch die eine oder andere landschaftliche Perle.

Nehmen wir als Beispiel die Insel Eldgarnsö, die zum Glück als Naturreservat geschützt ist. Etwa 40 Kilometer von der Innenstadt gelegen und heutzutage über einem Damm mit der größeren Insel Färingsö verbunden, bietet dieses Kleinod ein recht gutes Abbild der schwedischen Landschaft im Kleinen.


Inselbewohner


Im Osten und Norden der Insel prägt Edellaubholzwald die Natur. Ulmen, Linden, Eschen usw. bilden eine herrliche Abwechslung zum gewohnten Anblick eines Waldes auf diesen Breitengraden. Am Boden wachsen unzählige Blumen und auffällig viele Beerenarten; Walderdbeere, Himbeere, Johannisbeere. Buntspechte machen ungeniert auf sich aufmerksam und auch viele Singvögel.


Frühlings-Platterbse


Nach einer Weile versumpft die Gegend. Hier stehen noch viele Laubbäume, auch Birken tauchen auf. Stockenten nutzen den Schutz des Sumpfes und brüten hier. Es riecht muffig und im Sommer muss man wohl mit Oktilliarden von Mücken rechnen.

Zum Westen hin schließt sich dann Nadelwald an. Hier wirkt alles düster. Die Felsen sind mit dichtem Moos bewachsen und die Natur zeigt sich hier weniger vielfältig. Das Ufer wirkt schroff mit seinen Felsen zum Wasser hin, und auch jetzt im Hochfrühling sieht man wenig Gewächs am Boden.
Hier ist es ziemlich still und unwillkürlich muss man an Hänsel und Gretel denken.


Mückenwiege


Ganz anders nach einem Schwenk nach Süden. Hier liegt eine schöne Bucht mit Mischwald und angenehmen Zugang zum Wasser. Einige Pontons bieten Anlegemöglichkeiten für Leute, die über den Wasserweg kommen. Bei unserem Besuch hatten genau zwei Segelboote festgemacht. Mit einem Plumpsklo und einem Grillplatz existiert an dieser Stelle die einzige touristische Infrastruktur im Naturreservat.


Bucht mit Plumpsklo


Im Süden und der Mitte der Insel überwiegt dann landwirtschaftliches Nutzland in Form von Kuhweiden. Doch scheinen Kühe recht selten zu sein, denn auf den meisten Weiden bildet der Löwenzahn einen dichten gelben Teppich. Auffällig sind hier die mächtigen Eichen, von denen einige sicher schon von den Wikingern angesehen wurden.


Mächtig gewaltig


Diese schöne Insel kann man also auf einem 6 Kilometer langen Weg umrunden. An einigen Stellen stellt der Weg jedoch nur einen schmalen Pfad dar. Im Sommer wird sich die Orientierung an diesen Stellen sicherlich schwierig gestalten. Aber mit orangefarbenen Wegmarkierungen versucht man da abzuhelfen.


Nur im Süden ist der Weg schön breit


Vielleicht lockt sie ja dieses Schweden im Kleinen und zumindest als Besucher der Stadt Stockholm bietet sich hier die Möglichkeit viel vom Land zu sehen ohne stunden- oder sogar tagelang herumfahren zu müssen.


Abschluss eines erfolgreichen Ausflugs