Mittwoch, 17. Oktober 2012

Ohne Worte


Montag, 8. Oktober 2012

Bier trifft Bildung

Oft sind es die kleinen Dinge, die Freude bereiten. Da sitzen neun Lehrer eines Gymnasiums zusammen und trinken von einem der Lehrer in seiner Freizeit selbst hergestelltes Bier (Hoffentlich außerhalb ihrer Lehranstalt). Es muss ihnen gut genug geschmeckt haben, denn die neun Lehrer beschließen von nun an Bier in Kooperation herzustellen.

Soweit die unüberprüfbare Gründungsgeschichte aus Umeå, eines aufstrebenden Städtchens mit einigen tausend Studenten und mindestens ebenso vielen Birken, 640 Kilometer nördlich von Stockholm.

Fakt ist, sie brauen von nun an Bier, die Lehrer, in ihrer Freizeit, an den langen dunklen Abenden, in Umeå, so kurz unter dem Polarkreis. Sie experimentieren, bauen aus, und testen ihre Produkte sicher auch. Während sie noch am Werkeln sind, gründen sie eine Firma namens U&Me Beer AB.

Mit einer gebrauchten 50-Liter-fassenden Brauausrüstung kreieren sie Biere namens UPA (Umeå Pale Ale), USA (Umeå Summer Ale) und USB (Umeå Special Bitter). Und als sie von den Ergebnissen überzeugt sind, bieten sie ihre Produkte einigen Restaurants der Gegend an.

Beinahe sofort stellt sich der Erfolg ein. Die Biere gehen weg wie warme Semmeln. Ob das auf die Studenten, die Birken oder nur auf die Qualität ihrer Biere zurückzuführen ist, vermag ich leider nicht zu sagen. Heute jedenfalls bezeichnen sich die Brauer, nicht ohne Stolz, nicht mehr als die kleinste Brauerei Schwedens.

Ab November 2012 wird ihr Umeå Pale Ale endlich in das Bestellungssortiment des staatlichen Alkoholmonopolisten Systembolaget aufgenommen. Das bedeutet, theoretisch kann jeder volljährige Schwede dieses Bier kaufen. Doch gilt es als sicher, wer nicht rechtzeitig seine Bestellung abgibt, wird wohl leer ausgehen. Die dürstenden Biertrinker Schwedens wissen nämlich jede gute Neuigkeit zu schätzen.

Die Lehrer indes, sind nicht mehr alle als Lehrer tätig. Doch alle arbeiten weiter in Vollzeit in ihren jeweiligen Jobs. Dem Bierbrauen widmen sie sich immer noch nur in ihrer Freizeit.

Die Meinungen der Schüler zu dem Tun ihrer Lehrer, bleiben für uns im Dunkeln, doch werden sie sicherlich dem einen oder anderen ein gutes Beispiel für Kreativität und Unternehmensgeist oder auch nur für Lebenslust geben.