Donnerstag, 17. Dezember 2009

Julskinka und der Alkohol





Aktuelle Schneehöhe in Stockholm




Die vergnüglichsten Tage des Winters, und da stimme ich mit Ihnen, lieber Leser, sicherlich überein, sind die Weihnachtsfeiertage.
Ob man nun die Geburt des Herrn feiert oder nicht, ob man die von mir lange Zeit ersehnte Wintersonnenwende begrüßt oder nicht, ob man dick ist oder nicht, die meisten Menschen unserer Weltgegend treffen die Familie und Freunde, beschenkt sich, essen und trinken, sinnieren zusammen, und sehen sich gezwungenermaßen gemeinsam das Wiederholungsprogramm der Fernsehsender an.

Da unterscheidet sich Weihnachten in Schweden kaum von dem in Deutschland. Und wie in Deutschland sind die Tage vor dem Fest mit ziemlich viel Stress und Aufregung verbunden: die Geschenke wollen gekauft und danach eingepackt sein, Plätzchen mit den Kinder gebacken und verzehrt sein etc. Sie wissen wahrscheinlich genau was ich meine.

Und auch dieses Jahr verliefe wohl in Schweden alles in gewohnten und langweiligen Bahnen, wenn nicht die Interessen- und Lobbyorganisation namens IOGT-NTO in der Vorweihnachtszeit mit einer Kampagne überrascht hätte.
Die IOGT-NTO ist eine Organisation die sich dem Kampf gegen den Alkoholkonsum verschrieben hat. Sie hat nach eigenen Angaben 44000 Mitglieder im Land, ein Teil von ihnen hat sich für ein Leben in Abstinenz vom Alkohol entschieden, der Rest scheint noch daran zu arbeiten.

Man sieht sich selbst als eine Art Speerspitze im Kampf gegen Alkohol. Aus diesem Grund lancierte man also in der Vorweihnachtszeit die Kampagne mit den schönen Namen weiße Weihnacht (Vit Jul), mit dem Untertitel: Alle Kinder haben ein Recht auf eine weiße Weihnacht, einem einigermaßen lustigen Wortspiel aus der schwedischen Sprache. Weiße Tage, weiße Wochen usw. beschreibt eine Zeit ohne das Konsumieren von Alkohol.

Die IOGT-NTO fordert unter Verweis auf die schwerwiegenden Folgen für die Kinder nicht weniger, als den völligen Verzicht auf Alkohol an den Weihnachtsfeiertagen. Die Organisation schuf dafür extra eine Homepage, bei Interesse zu ergoogeln, auf der man sich als Verzichter zählen lassen kann, schaltete Anzeigen und hielt eine Pressekonferenz ab. Das wäre wohl alles im Weihnachtskaufrausch untergegangen, wenn nicht hier und da Journalisten das Thema in Kolumnen aufgegriffen und befürwortet hätten. Ich rechnete daraufhin mit einer Massenbewegung unbekannten Ausmaßes, tatsächlich fanden sich schnell 50000 Unterstützer (etwa 0,5 % der Gesamtbevölkerung) die das Anliegen auf der Homepage unterstützten.
Doch hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, tatsächlich sträuben sich die Leute in ihren Kommentaren im Internet gegen einen Alkoholverzicht, manche amüsieren sich darüber köstlich, manche sind böse auf den Vorschlag und werfen den Vorkämpfern der weißen Weihnacht Fundamentalismus vor.
Die Unterstützerzahlen auf der Internetseite stagnieren zur Zeit, es scheint sich bei ihnen wohl lediglich um die Mitglieder der Organisation und ihren Familienmitgliedern zu handeln und das Thema schläft jetzt wenige Tage vor Weihnachten immer mehr ein. Ich habe den Eindruck, dass die Kampagne an der Dickköpfigkeit der Schweden abprallt. Sie scheinen einfach noch nicht reif genug, um auf Alkohol auf dem Weihnachtsbüfett (schwedisch: Julbord) zu verzichten.

Das sieht im Übrigen genauso aus wie zum Mittsommerfest. Also mit eingelegten Hering, kleinen Würstchen, Köttbullar, Kartoffeln, Knäckebrot. Nur Sülze und der Weihnachtschinken (Julskinka) kommen hinzu.
Für den Schinken nimmt man ein 2 Kilogramm schweres Stück, bereits gekocht. Streicht ihn mit einer vorbereiteten Senf-Honig-Mischung dick ein, dazu mit Nelken spicken, dann den Schinken bei 220 Grad 15 Minuten in den Ofen schieben. Fertig.
Dazu reicht man am besten den geschmeidigen Rotwein Embruix de Vall Llach 2005 aus dem Priorat/Spanien.

Ich wünsche allen Lesern Guten Appetit und Frohe Weihnachten!

Ihr
Max Kenner

Freitag, 11. Dezember 2009

Szenen aus der neuesten Fortsetzung der jährlichen Reihe Nobelfestbankett, unter besonderer Berücksichtigung deutscher Befindlichkeiten


Man dinierte Wachteln. Diese kleinen süßen Vögel mit wenig Fleischanteil. Bei geschätzten 1200 Gästen im Stockholmer Stadthaus (Stadhus) zum Nobelpreisbankett macht das also mindestens 1200 Stück dieser niedlichen Geschöpfe. Ich möchte hoffen, dass die Vögel sich der großen Ehre bewusst waren, die es bedeutet, beim Bankett der Nobelpreisträger auf dem Teller zu liegen und aufgegessen zu werden.

Zum Glück für das schwedische Volk wurde die gesamte Veranstaltung im Sender SVT 1, dem Gegenstück zur ARD, übertragen. So bestand die Möglichkeit am Los der Wachteln, der Freude der Nobelpreisträger und am Gefühlszustand des einen oder anderen nationalen oder internationalen Prominenten teilhaben zu können. Das war mitunter traurig, manchmal komisch, hin und wieder aber auch interessant.

Wir erblickten also wie Vorgang, Hauptgericht und Nachtisch serviert wurden, sahen 1200 Menschen beim Essen zu, hörten sinnfreie Meinungen der Reporter, bewunderten ein kleines Kulturprogramm, und genossen zwischendurch viele Interviews und Einspielfilme zum Thema.

Der blaue Saal des Stadthauses präsentierte sich in würdiger Dekoration und im gemütlichen Lichtschein. Trompeten erschallten. Die Königsfamilie und die Nobelpreisträger marschierten ein. Alle Gäste hatten sich zu ihren Ehren erhoben. Die Damen wandelten in hübschen Kleidchen, die Herren im Smoking.

Im Folgenden wussten 220 Kellner zu dienen und ein „Romeo und Julia“- Chor gefiel mit schönen Stimmen. Ein überaus harmonischer Schimmer legte sich über die dortigen Anwesenden und auch über die anwesenden Zuschauer bei mir zu Hause.

Dann strahlte man ein kurzes Interview mit Herta Müller aus Berlin-Frohnau aus, das man augenscheinlich vorher oder zwischen den Gängen aufzeichnet hatte.
Die Fragenstellerin, bekleidet mit einem weinroten Kleid aus Samt, das hinter ihrem Hals befestigt war, und die ganze Zeit bei mir den Reflex provozierte, hinzuzueilen ,um das vermeintliche Hinabgleiten des Kleides zu verhindern, und die Nobelpreisträgerin, zugeknöpft und schwarz-weiß bekleidet, trafen sich, ohne jedoch so recht zusammenzufinden.

Die Dame vom Fernsehen erstrahlte in Euphorie, Freundlichkeit und mit einem sympathischem Unvorbereitetsein. Unsere Preisträgerin lächelte anfangs ebenfalls. Nun soll aber der Originalton des Interviews folgen, soweit mir der aus dem Gedächtnis zu holen noch möglich ist:

Frage: „Sie sind hier auf dem Nobelbankett, dieser wundervollen Veranstaltung zu Ehren der Nobelpreisträger, wie fühlt man sich da?“

Frau Müller: „Ja, ich bin hier auf dem Bankett. Einer Veranstaltung zu Ehren der Nobelpreisträger.
Aber verlangen sie bitte nicht von mir in Euphorie auszubrechen. So ein Mensch bin ich nicht!“
(Sie beendet ihr Lächeln)

Frage: Sie haben in ihren Büchern viel von Königen geschrieben. Nun sind sie hier in Stockholm und treffen einen leibhaftigen König. Was geht ihnen da durch den Kopf?

Frau Müller: „Also, (wenn Blicke töten könnten….) das ist doch was völlig anderes. In meinen Büchern sind die Könige böse, Diktatoren, sie unterdrücken Menschen. Ganz schrecklich. Der König von Schweden ist doch König von Schweden, einer Demokratie, ein demokratischer König…“

Die folgende Worte und auch noch die nächste Frage über ihren Mut gingen im Stimmengewirr der überwiegend republikanisch gesinnten Zuschauer in meinem Wohnzimmer unter. Aber die Gesichtsausdrücke der beiden Damen im Fernsehen änderten sich nicht wesentlich und ich muss daher annehmen, dass sie wohl keine Freundinnen mehr wurden.

Einige Zeit später schritt Frau Müller zu ihrer Dankesrede. Das war schon zu fortgeschrittener Stunde, und vor ihr hatten sich schon einige andere Preisträger mit charmanten und lustigen Worten bei ihren Wohltätern, Familien etc. bedankt. Frau Müller sprach auf Deutsch, was eine Übersetzerin notwendig machte und ihre Rede auch noch etwas in die Länge zog.

Die Voraussetzungen waren also nicht die besten. Sie berichtete dann von ihrem Leben, wie sie es als Kuhhirtin in einem Tal bis zur Nobelpreisträgerin gebracht hatte, wie oft sie neben sich selbst steht und wie schwer das Leben in einer Diktatur war.

Der Regisseur ließ ganz nebenbei zum Ehrentisch hinüber schalten und was mussten wir da sehen? Eine eingeschlummerte Königin! Die gastgebende Königin war eingenickt. Die Ehefrau eines Preisträgers war schon zuvor eingeschlafen, Prinzessin Viktoria spielte gelangweilt mit einem Bonbonpapier o.ä. und faltete es dann sorgfältig rechtwinklig zusammen. Die anderen Gäste am Tisch erzeugten keinen glücklichen Eindruck, wirkten schläfrig, einige sogar leidend.

Nur einer hob sich ab vom Rest: unser Außenminister Guido Westerwelle. Der blickte wie ein engagiertes Erdmännchen zum erhöhten Rednerpult, hinauf zu Herta Müller. Heldenhaft folgte er ihren Worten, hielt das Banner der Aufmerksamkeit für die ehemalige Kuhhirtin aus dem Banat hoch und erschien uns daheim als Außerirdischer, nicht von dieser Welt, mehr als nur ein Mensch, denn die anderen Menschen am Tisch schliefen oder litten ja.
Als die Literaturpreisträgerin mit ihrer Rede geendet hatte, brandete Applaus auf und Frau Müller lächelte wieder. Die Leute an ihrem Tisch auch.

Ohne Zweifel der Höhepunkt aus deutscher Sicht war aber das Interview mit Herrn Westerwelle. Der Außenminister parlierte tatsächlich in holprigen Englisch zu den gestellten Fragen. Betonte häufig, wie groß die Ehre für ihn und sein boyfriend sei, am Bankett teilzunehmen. Dabei war er zapplig, lobte und dankte ständig irgendjemanden und wirkte aufgedreht wie ein kleiner Junge zur Konfirmation.

Man gewinnt leicht den Eindruck, der Mann muss alles mitnehmen, was sich ihm als Außenminister anbietet. Also auch die armen Wachteln in Stockholm. Beim letzten Bankett unter deutscher Beteiligung bei den Preisträgern, reichte noch der Botschafter als offizieller Vertreter der Bundesrepublik aus.
Als Herr Westerwelle dann Fragen zum Friedensnobelpreisträger beantworten sollte, verhaspelte er sich ein wenig. Man verstand noch, Mister Obama wolle zur Abrüstung der Kernwaffen beitragen, der Rest ging in fehlenden Englischkenntnissen unter. Die Herrschaften vom Fernsehen reagierten sofort und beendeten das Interview. Leider konnten wir so nicht noch mehr erfahren, über die Freuden des Außenministers in Stockholm zu sein oder über seine Einschätzungen und Gedanken über den schwedischen König.

Sollte also ein Verantwortlicher diese Zeilen lesen, bitte geben sie Deutschland im nächsten Jahr erneut einen Nobelpreis, welches Fachgebiet ist mir eigentlich egal! Hauptsache mein Außenminister kommt noch einmal, denn der war noch nicht fertig interviewt und nächstes Jahr spricht er bestimmt auch besser Englisch. Versprochen!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Das Wahrzeichen von Schweden




Mach kein Feuer direkt auf Felsen, die gehen sonst kaputt.
( Aus dem Allemansrätt)


Ein langer Signalton, mehrere Male unterbrochen, warnt mich. Nach einigen Sekunden der Stille macht es Ruuumsssss.
Die Fensterscheiben klirren verdächtig, mein Trommelfell kitzelt. Instinktiv ducke ich mich in meinem eigenen Wohnzimmer. Es ertönt ein kurzer Entwarnungston. Ich stelle mich wieder auf, drücke mein Rückgrat durch und kontrolliere mit einem Blick, ob sich noch alles auf seinem Platz befindet.
In meiner Nachbarschaft sollen Rohre für ein neues Haus verlegt werden. Bereits das vierte Mal an diesem Morgen wird deshalb mithilfe einer Sprengung versucht, den nötigen Raum für die Rohre zu schaffen. Zum Glück ist bisher alles in meiner Wohnung ganz geblieben und ich bin unverletzt.

Fragt man Chinesen was ihnen zu Schweden einfällt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß ein Achselzucken und fragende Blicke zu ernten. Ein Großteil im bevölkerungsreichsten Land der Welt hat von Schweden noch nie etwas gehört, was den PR-Büros der hiesigen Markenproduzenten regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treibt. Trifft man dagegen Amerikaner aus den USA, ist es nicht abwegig zu hören zu bekommen,dass Schweden ein anderer Begriff für Sozialismus (und auch hier)ist, aber sie vergessen dabei nicht, leise von Blondinen und IKEA zu reden.

Für uns aus Deutschland liegen die Dinge einfacher. Das mag an der geringeren Entfernung nach Skandinavien liegen oder an der längeren Zeit, die IKEA schon die Sinne der deutschen Fernsehzuschauer vernebelt. Jedenfalls existieren eine Vielzahl von Dingen, die wir mit Schweden in Verbindung bringen: Elche, Seen, rotgefärbte Hütten, Köttbullar (mir unverständlich warum Buletten so eine Wirkung entfalten), Wälder, selbstverständlich Blondinen, schöne Natur im Allgemeinen, helle Nächte im Sommer, Stinkefisch, aber auch IKEA, viel Schnee, dunkle und kalte Winter, Pferde aus Dalarna, unzugängliche Menschen, hohe Steuern etc..

Welches von all den Dingen dem wahren Charakter Schwedens entspricht und keine Erfindung der Reklameindustrie oder sogar ein böses Vorurteil ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich weiß nur, was auf allen dieser Listen zu Unrecht nicht erwähnt wird, und das sind Steine.

Überall, wie eine Seuche, liegen die Dinger in der Landschaft herum. Als Geröll, als Findlinge oder als ganzer Berg. Aus ihnen wachsen scheinbar Bäume, sie stehen andauernd im Wege, bilden bei Regen grässliche Rutschbahnen und stören beim Verlegen von Abwasserrohren. Man kann sich dieser Plage einfach nirgendwo entziehen.

Erreichen Mitteleuropäer zum ersten Mal Skandinavien dauert es nur eine kurze Zeit, bis sie in Entzücken ausbrechen, weil ihnen auffällt, wie sehr die Felsen Grundlage der einheimischen Natur sind. An dieser Stelle ist es mir stets eine Freude, den klugen Satz anzubringen: „Ja, es ist kein Wunder, dass ein Schwede das Dynamit erfunden hat.“, und beeindrucke so in den meisten Fällen mein Gegenüber mit meinem Halbwissen.

Ich hab keine Ahnung, was genau Alfred Nobel zu seiner Erfindung veranlasst hat, aber abgesehen vom ewigen Problem von Ursache und seiner Wirkung, das sich hier stellt, beschreibt er auf trefflichste die Herausforderungen denen sich die Schweden ständig stellen müssen.Denn geologisch sind sie tatsächlich belastet.

Möchte man beispielsweise einen Tunnel unter der Stadt bauen, muss gesprengt werden, findet man kein Platz um ein Haus zu bauen, wird ein Felsen mit Sprengstoff passend gemacht und das Gebäude danach oft direkt auf den abgeflachten Stein errichtet. Bewundert man in Norddeutschland die Findlinge, die durch das Eis während einer der letzten Eiszeit dorthin geschoben und abgelegt wurden, gibt es hier Fachkräfte zur Beseitigung derselben.


Die Fachkräfte

Und da das Eis nun, ungeachtet einiger weniger Gletscher im Gebirge, fast verschwunden ist und der Riesenfelsen namens Skandinavien deshalb in die Höhe „schnellt“, behindern Felsen und Steine häufig den Schiffsverkehr oder die Badenden. Das Schöne daran ist, dass so ständig neue Inseln entstehen auf denen ein romantisches Picknick vorstellbar ist, sofern man dafür ein Boot zur Verfügung hat.

Landwirtschaft ist in vielen Teilen des Landes wegen diesem Untergrund nur schwer oder nur als Viehzucht möglich. Eine Tatsache, die in Schwedens Vergangenheit recht häufig zu Not und Hunger beigetragen hat. Ertragreicher Ackerbau lohnt sich vorwiegend nur in Skåne, ganz im Süden, und in den Gebieten rund um die großen Seen, wobei selbstverständlich die verschlimmernde Rolle des Klimas nicht verschwiegen werden soll.

In Stockholms naher Zukunft stehen einige Infrastrukturmaßnahmen auf der Agenda, so soll nun endlich eine westliche Umgehungsautobahn gebaut werden.
Vorgesehen ist, von der 21 Kilometer langen sogenannten Förbifart (Vorbeifahrt), 17 Kilometer durch einen Tunnel zu führen, um die Belastungen für die Einwohner, darunter auch die Königsfamilie auf ihrem Schloss Drottningholm, gering zu halten. Das bedeutet aber auch, dass man sich mindestens 8 Jahre durch Felsen arbeiten muss. Eine ewige Zeit, wenn man bedenkt, wie notwendig diese Umgehung für das verkehrsgeplagte Stockholm schon jetzt ist. Zum Glück gibt es Dynamit.
Gezwungenermaßen passen sich die Schweden also der vorherrschenden Topografie an. Geduld und ein gewisses Maß an Gelassenheit sind dafür unabdingbar.

Dazu noch ein Beispiel aus der Welt des Nachwuchses. Kaum können die kleinen Kinder laufen, klettern sie auch schon auf den Felsen herum, denn die bilden anziehende und atemberaubende Spielplätze. Den Eltern würde es nie einfallen ihre Kinder zu stoppen. Das alte Sprichwort, früh übt sich, wer ein Meister werden will, kommt hier voll zu seiner Geltung.

Ein Verbot gilt als kontraproduktiv, bei der nächstbesten Gelegenheit erklettern die Gören sowieso ihre Umgebung. Unserseits vorhandene Ängste, die wohl aus der mitteleuropäischen steinfreien Sozialisation herrühren, sind fehl am Platz. Als unser Kind mehrmals negativ auffiel, weil es als einziges nicht beim Turnen auf Felsen teilnehmen durfte, kostete es uns viel Kraft umzudenken. Heute klettert es munter mit den anderen Kindern, auch wenn unsere Unruhe noch immer vorhanden ist und wir uns mahnende Worte nicht verkneifen können.

Aus allen diesen Gründen ist es ergo nicht ungewöhnlich von Felsen zu träumen, Gedanken an sie zu verschwenden, sie zu verfluchen, auf ihnen zu picknicken, wenn man nur das Glück hat, sich in Schweden aufzuhalten.

Denken sie, lieber Leser, in der nächsten Zeit also zufällig an Schweden und ihnen gehen Bilder mit Köttbullar und Stinkefisch durch den Kopf oder sehen sie im Fernsehen ein Werbefilm für schwedische Produkte, mit stillen Seen, Holzhütten und liebestollen Elchen, lassen Sie sich bitte nicht verwirren, das wahre Zeichen für Schweden ist allein der Felsen. Ruuumsssss!



Ein nettes Reklamefilmchen zur Förbifart Stockholm findet sich hier

Ein passendes Buch zum Thema ist „Die Ostsee, Eine Natur- und Kulturgeschichte“ von Hansjörg Küster

Montag, 30. November 2009

Die Schweden und der FC Barcelona




Der FC Barcelona, seit Jahren und Jahrzehnten berühmt und beliebt für seine schöne und erfolgreiche Spielweise, für seine ausgezeichnete Jugendarbeit und seinem Marketinggeniestreich als Sponsor von UNICEF aufzutreten, fand hier in Schweden bis zum vergangenen Sommer nur gelegentlich Aufmerksamkeit in den Medien. Lediglich ein paar Fußballfanatiker und Experten verfolgten regelmäßig das Geschehen in der spanischen Liga oder in der Champions League. Henke Larssons Traumpässe von 2006 schienen völlig vergessen.

Wie gesagt,nur bis zum vergangenen Sommer, denn da kam Joan Laporta, dem Präsidenten des FC Barcelona, die grandiose Idee Schwedens derzeit besten Fußballer Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand für angeblich 50 Millionen Euro plus Humankapital zu erhandeln. Viele Stimmen von Fußballweisen wurden laut, die an der Zurechnungsfähigkeit der Verantwortlichen des Katalanischen Vereins zweifelten. Der ungelenke Zlatan wäre doch niemals so viel Geld wert, hieß es allerorten.

Vielleicht Barcelonas Sieg in der Champions League geschuldet, oder der im Untergrund schwelenden Leidenschaft für guten Fußball, in Schweden brach jedenfalls in der folgenden Zeit der Wahnsinn aus.

Zlatan und Barca bestimmten plötzlich sämtliche Medien. Man spekulierte über seine Möglichkeiten und sein Können, ob sein Charakter zur Spielphilosophie der Katalanen passte, und sogar über die Art seines Dienstwagens. Die Journalisten gaben Handlungsempfehlungen für Zlatan heraus und es wurde gewettet, ob und wann der Mann aus Malmö sein erstes Tor schießen würde.

Als dann endlich die neue Saison begann und alle Erwartungen übertroffen wurden, steigerte sich die ohnehin schon beachtliche Anzahl der Berichte über Barca und seinem neuen Helden ins unzählbare. Keine Zeitung die auf tägliche Berichterstattung aus Katalonien verzichtete, sie ließen uns teilhaben an jedem Törchen, jedem Wehwehchen, jedem Windzug auf dem Camp Nou. Ab diesem Zeitpunkt traf man in Schweden, zumindest unter dem männlichen Teil der Bevölkerung, niemanden mehr, der keine Meinung zum FC Barcelona hatte.

Die Flüge von Stockholm nach Barcelona an den Heimspielwochenenden waren und sind lange ausgebucht, sogar die allseits beliebte Fluggesellschaft Ryan Air glaubt mit utopischen Preisen am Abzocken teilhaben zu können. Komplettpakete mit Hotelübernachtung, Flug und Eintrittskarte zu einem Spiel gehen weg, wie die berühmten warmen Semmeln, trotz Preisen ab 650 Euro. Subjektiv geschätzt, besitzt jeder zweite Junge zwischen 4 und 14 Jahren ein Trikot des FC Barcelona, über die Erwachsenen mit Trikot möchte ich an dieser Stelle lieber schweigen. Zusätzlich vermelden die Fanclubs Rekordmitgliederzahlen.

Je näher der Tag des El Clasico, dem Spiel der Spiele, heranrückte, desto wilder gerierten sich die Medien. Zlatan Ibrahimovic und der Weltbeste Lionel Messi sind verletzt, schrien nicht nur mich die Titelblätter diverser Zeitung an, ihr Einsatz gegen Real Madrid stand in Frage und neben der katalanischen Nation, schien die schwedische darüber ebenso geschockt zu sein.

Die letzten 7 Tage vor dem Spiel erfuhr das interessierte Volk nun viel über medizinische Sachverhalte und ihre Behandlungen, und man bekam den Eindruck, jeder der das Wort Barcelona nur aussprechen konnte, durfte sein Wissen über die Seiten der Zeitungen mit seiner Umwelt teilen.

Man war versucht zu rufen, es ist doch nur Fußball. Seid endlich still!
Aber ich ließ mich anstecken.

Gestern Abend, um 19.00 Uhr war Anstoß und in einer Kneipe in einem Stockholmer Vorort beobachten etwa 25 enttäuschte Schweden die Fernsehbilder aus Barcelona. Zlatan stand nicht in der Startelf, obwohl das doch vom Trainer am Mittag noch versprochen worden war. Ich glaube einige der Zuschauer waren einen Augenblick bereit ihre BARCA-Schals abzulegen und nie wieder anzusehen. Das Spielgeschehen zwang sie jedoch alsbald zur Disziplin, Real Madrid legte los und war dem Führungstor ziemlich nah. Barcelona fand in der ersten Halbzeit kein Mittel die Madrilenen unter Druck zu setzen. Vereinzelte Anfeuerungsrufe in der Kneipe verhallten ungehört, und als Valdez eine Großchance von Ronaldo nur knapp entschärfen konnte rauften sich einige ihre Haare.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit war es dann soweit, Zlatan Ibrahimovic betrat das Spielfeld im Austausch gegen Henry. Die Stimmung hellte sich sofort auf.
5 Minuten später schoss der Löwe aus Malmö, der Held des Rasensports, Schwedens bester Fußballer, mit dem linken Fuß, nach einem Pass von Dani Alves, den Ball volley in das Tor von Madrid. Ich weiß nicht was auf Barcelonas Straßen oder Kneipen nun passierte, hier, in einer Kneipe in einem Stockholmer Vorort, erklang ohrenbetäubender Jubel, überall Umarmungen, geballte Fäuste und Entzückungsschreie. Der schönste Traum war wahr geworden, unser aller Zlatan Ibrahimovic schoss das entscheidende Tor. Denn es blieb das einzige des Abends. Die Schals wurden wieder mit Stolz hoch gehalten und hatte man Zlatan gelegentlich die verpasste Teilnahme der schwedischen Nationalmannschaft an der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika zu Last gelegt, so war das spätestens jetzt vergessen und verziehen.
So ging der Tag von El Clasico, dem Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, mit einem Haufen glücklicher Schweden zu Ende.

Es bleibt nur noch festzuhalten, dass Joan Laporta wegen seinem genialen Schachzug, Zlatan nach Barcelona zu holen, aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht genug gelobt werden kann. Nicht unbedingt, weil der gestern das entscheidende Tor schoss, sondern weil dadurch zu erwarten ist, dass die Einnahmen des FC Barcelona, dank der fußballverrückten Schweden, weiter beträchtlich steigen werden. Auch wenn mir der Einblick in die Finanzrechnung des Vereins verwehrt ist, so behaupte ich einfach frech, die für Zlatan Ibrahimovic eingesetzten 50 Millionen Euro haben sich bereits rentiert.



Schwedischer Fußball:
Zum aktuellen Meister machte sich kürzlich der Verein AIK Solna aus Stockholm in einem spannenden Spiel gegen IFK Göteborg. Z.Z. ist Winterpause. Die neue Saison beginnt erst im Frühling.

Samstag, 28. November 2009

Zum Wohnen

Es war ein großes Stück der schönen Erde, und das Wasser, die Bäume, die Steine, alles das könnte seins werden, wenn er nur die Hand ausstrecken würde, nur die Eine, und die Andere zurück ziehen würde, die, die sich nach Eitelkeit und Armut streckte.
(August Strindberg in „Die Bewohner von Hemsö“)


Der Unterschied zwischen den Städten Stockholm und Berlin ist nicht nur der zwischen europäischer Provinz und Großstadt, oder der zwischen Beschaulichkeit und Moloch, sondern auch einer der Himmelsrichtungen. In der schwedischen Hauptstadt leben die Wohlhabenden im Osten.

An der Meeresseite der Stadt, auf vielen grünen Inseln und Inselchen, haben diese sich ihre Träume erfüllt und leben idyllisch zwischen Wasser und Natur.
Der Stockholmer Schärengarten, berühmt für seine landschaftliche Schönheit, ist so weit das Auge reicht gesäumt von beeindruckenden Villen.

Manchmal thronen die Häuser auf Felsen hoch oben über der Ostsee, manchmal stehen sie direkt am Strand. Wichtig bei der Entscheidung zum Häuserbau war lediglich die Nähe zum Wasser, den Rest erledigten die hervorragenden schwedischen Architekten und Bauingenieure, sowie die fleißigen Bauarbeiter aus Osteuropa.
Man hat natürlich eine standesgemäße Infrastruktur nicht vergessen. Etwas weiter landeinwärts, baute man gepflegte Golfplätze, ausgedehnte Pferdegestüte und hier und da sogar einen kleinen Eisladen. Die Straßen sind meist schlaglochfrei und trotz des ländlichen Charakters hat man überall Empfang mit seinem Mobiltelefon.
Zur Sommerzeit wird die Idylle zum Garten Eden, dann schippern unzählige Jachten zwischen den Inseln hin und her, blonde Kinder baden im frischen Meereswasser und am Abend, wenn die Sonne sich nur kurz verabschiedet, legt sich eine erholsame Ruhe über diesen schönsten Platz der Welt und nur das typisch skandinavische Wetter kann manchmal die Freude trüben.

Familie Svensson, also die schwedische Durchschnittsfamilie, verbringt ihr Leben derweil in der Innenstadt und in den anschließenden Bezirken. Leider gibt es hier nur wenige Mietwohnungen. Um seine Kinder hier aufwachsen zu lassen, war sie gezwungen sich ein sogenanntes Wohnrecht zu kaufen und ist deshalb verschuldet. Eigentumswohnungen nach deutschem Recht gab es bis vor kurzem nicht in Schweden. Stattdessen besteht aber die Möglichkeit ein Wohnrecht in einer Wohnrechtsvereinigung zu erwerben.

Ein großartiges Geschäft für Banken, Immobilienmakler und die Stadt Stockholm, die vorher ein Großteil der Wohnungen an diese Wohnrechtsvereinigungen veräußert hat. Die Preise liegen, dank eines knappen Angebots und eines rekordverdächtigen niedrigen Zinssatzes, mittlerweile weit über dem Niveau von vergleichbaren Wohnungen in anderen Städten Europas.

Die damit verbundene Segregation der Bevölkerung wird je nach Standpunkt manchmal kritisiert oder aber totgeschwiegen. Familie Svensson aber, ist heilfroh ihren Platz gefunden zu haben. Zumal der Besitz des Wohnrechts und die steigenden Marktpreise auch ihre sonstige Kreditwürdigkeit verbessert und sie deshalb den jährlichen Urlaub, oft mit neuen Krediten finanziert, unter Palmen in Thailand verbringen darf.

Für die Bevölkerung ohne Vermögen oder Kreditwürdigkeit bleiben die Wohnbezirke im Westen und Süden. Hier gibt es noch Mietwohnungen, etwas älter und von der Ostsee weit entfernt. Aber man wartet lange auf eine solche Wohnung, die Wartezeiten betragen bis zu 10 Jahre, und so ist jeder glücklich der eine solche ergattert.
Man hört deshalb fast nie Murren über Schimmel an den Wänden, über abgefallenen Putz oder über stinkende Abflussrohre.

Der Mangel an schnell verfügbaren Mietwohnungen etablierte in den letzten Jahren im gesamten Stadtgebiet einen irrwitzigen Markt von Untermietverhältnissen und Unteruntermietverhältnissen. Leute mit festen Mietverträgen vermieten ihre Wohnungen für ein kleines oder größeres Zubrot über diverse Internetseiten an die Bedürftigen. Die finden sich dann bei den Besichtigungsterminen zu Dutzenden ein und buhlen um die Gunst des Vermieters. Nicht selten wechseln dabei auch kleinere und größere Geldbeträge ihren Besitzer.

In der Regel werden diese Wohnungen nur für kurze Zeiträume vermietet und eine beachtliche Menge Menschen ist regelmäßig gezwungen eine neue Bleibe zu suchen und umzuziehen. Vor allem junge Menschen und frisch nach Stockholm Gezogene sind davon betroffen, da sie nie die Möglichkeit hatten, lange genug in der sogenannten Wohnungsschlange (schwedisch: Bostadskö) zu stehen.

In den Vierteln des Südens und des Westens leben die außerskandinavischen Einwanderer, sofern sie nicht zufällig als kreditwürdig erkannt wurden und in die Innenstadt gezogen sind, sowie die Schweden, die sich mit Arbeitslosigkeit oder mit Unterbezahlung rumschlagen müssen.

Die Wohnungen sind oft zu klein für die Familien, nicht ohne Grund fordern die Vermieter ihre Mieter in Pamphleten auf, die Belegungshöchstgrenzen einzuhalten und nur die beim Einzug angegebenen Personen dort wohnen zu lassen. Einmal hatte ich die Gelegenheit bei dem Besuch einer irakischen Familie festzustellen, dass in ihrer 3-Zimmer-Wohnung zehn Betten aufgestellt waren....

Diesen Unbequemlichkeiten zu entgehen, treibt die Menschen in den Sommermonaten vor ihre Häuser. Mitunter nehmen diese Viertel den Charakter eines orientalischen Städtchens an, denn dann verbringen die arabischen, somalischen oder polnischen Familien ihre freie Zeit vor ihren Plattenbauten mit Grillen, mit Schwatzen und Singen und loben damit auf ihre Art den skandinavischen Sommer.

Auffällig dabei ist, dass jede Nation leider oft unter sich bleibt. Interkulturelle Grillabende sind eher eine Ausnahme. Auffallend ist auch, dass die Schweden sich häufig Mühe geben diese Zusammenkünfte ganz zu meiden.
Warum eine solche Abschottung voneinander stattfindet, wäre m.E. eine staatlich finanzierte Studie wert.
Nur ihre Kinder spielen zusammen auf der Straße und das bis nach Mitternacht. Sie verärgern damit die Frühaufsteher, die früh kommende Müllabfuhr dann die Nachtschwärmer und alle träumen nicht überraschend ihren Traum vom Schwedenhäuschen am Meer.

Vor 30 bis 60 Jahren wurden diese Viertel durch große soziale Wohnungsbauprogramme errichtet und galten weltweit als Beispiele für modernes Wohnen. Aus diesen fernen Zeiten stammen auch einige Überreste sozialer Politik. Für die Mieter besteht zum Beispiel die Möglichkeit der kostenlosen Nutzung der gemeinschaftlichen Waschstuben, jede Wohnung hat eine Einbauküche, der Mieter muss sich also keinen Kühlschrank oder Herd zulegen, und die Heizkosten sind in der Regel in der Miete mit inbegriffen und werden nicht nach Verbrauch abgerechnet. Ein wichtiger Punkt, in einem Land mit kalten Wintern. Vielleicht sind das die Gründe, warum die notwendigen Renovierungen von den Mietern nicht lauthals auf Demonstrationen gefordert werden.

Doch entstehen auch Probleme durch diese Bevölkerungsverteilung. Die Verantwortlichen der Kommune Vaxholm, vor den Toren Stockholms und direkt im Schärengarten gelegen, stellten neulich erschrocken fest, dass sie nicht mehr genügend Arbeitskräfte für die unterbezahlten Jobs finden.

Die Kommune hatte in den letzten Jahren fleißig ihren Wohnungsbestand verkauft, die Anzahl der Mietwohnungen sank dramatisch. Zusätzlich stiegen die Preise für Einfamilienhäuser. In beeindruckend kurzer Zeit fand eine durchgreifende Bevölkerungsumschichtung statt. Großsteuerzahler zogen zu, die Ärmeren weg. Die Freude der Verantwortlichen der Kommune war groß, Vaxholm zählt heute zu den wohlhabendsten Kommunen Schwedens, doch sie währte nur kurz. Denn leider wurde vergessen, dass eine funktionierende Wirtschaft auch Menschen benötigt, die nicht die Tätigkeit eines Bankangestellten oder Rentiers ausüben. Nun fehlen genügend Kindergärtnerinnen und Handwerker. Bisher konnten einige Stellen durch Pendler von außerhalb besetzt werden, aber wer will schon seine kostbare Zeit und sein Geld in lange Arbeitswege investieren, wenn er auch in der Nähe seiner eigenen Wohnung einen Job findet?

Zumindest haben einige Lokalpolitiker die Probleme erkannt, und lassen gerade Finanzpläne zur Errichtung von neuen Mietwohnungen ausarbeiten. Ob und wie schnell die Pläne umgesetzt werden können, wird die Zukunft zeigen. Die schwedische Regierung ist angesichts der Wohnungsprobleme erstaunlich passiv. Vorwiegend wird argumentiert, dass der Bau neuer Wohnung eine Aufgabe von privaten Investoren und nicht des Staates ist. So beabsichtigt man die Bedingungen für private Bauprojekte zu verbessern, in dem die Plan- und Baugesetze vereinfacht und die Konkurrenz im Bausektor gefördert wird. Entlastung verspricht man sich auch von dem neulich eingeführten Eigentumsrecht an Wohnungen.

Erstaunlich wenig Maßnahmen bei offiziell mehr als 250`000 Wohnungssuchenden, allein in der Hauptstadt; in den anderen größeren Städten soll es ähnlich zugehen.
Den gewöhnlichen Stockholmern wird also in der nächsten Zeit nichts weiter übrig bleiben, als sich zu verschulden um ein Wohnrecht zu erwerben oder lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen und davon zu träumen, eines Tages unverhofft ihre Traummietwohnung zugeteilt zu bekommen.

Dienstag, 24. November 2009

November in Stockholm



Am Sonnabend war es soweit. Nach sechs Wochen des Dahinvegetierens im Dämmerlicht verschwanden Wolken und Nebel und die Sonne ließ sich blicken.

Kurz nachdem sie gegen 8 Uhr aufgegangen war, füllte sich unten am Mälarsee die Strandpromenade mit Menschen. Sechs lange Wochen hatte sich dort, abgesehn von wenigen Freaks wie mir, niemand blicken lassen, nun fühlte sich mindestens die Hälfte der Stockholmer Bevölkerung bemüßigt, das wiedergekehrte Licht mit einem Spaziergang zu ehren. Wie zur besten rush-hour auf dem Essingeleden entstanden schnell Gedränge und Platzmangel. Wären die Menschen nicht schon im Schritttempo unterwegs gewesen....

Allseits grüßte man höflich die Entgegenkommenden. Ein sicheres Zeichen für den Übermut, der die Einheimischen ergriffen hatte. Einige Leute fotografierten, einige Andere hielten ihr Pläuschchen am Wegesrand und wieder andere Leute verharrten an einer Stelle und hielten nur ihre Gesichter in die Sonne. Die Freude über das Ereignis war allen gemeinsam. Mit anderen Worten die Menschen fanden sich zu einem volksfestartigen Beisammensein ein.

Bis, ja bis kurz vor 15 Uhr die Sonne hinter dem Horizont verschwand, da leerten sich die Wege, kein Mensch hielt es mehr für nötig am See entlang zu gehen und schon am nächsten Morgen waren Wolken und Regen zurück.

Donnerstag, 19. November 2009

Thailänder in Lappland



Diese Geschichte handelt von Vaccinium myrtillu, der Heidel- oder Blaubeere, von thailändischen Beerenpflückern und den Auswüchsen der Globalisierung in dem schwedischen Gebiet rund um den Polarkreis, sowie der Ignoranz von politischen Entscheidungsträgern.
Fangen wir ganz von vorn an.

Man hat sich daran gewöhnt, Unternehmer über fehlende Arbeitskräfte klagen zu hören.
Angesichts der bekannten Arbeitslosenzahlen, die in Schweden mit denen in Deutschland vergleichbar sind, stellt man sich mitunter die Frage, aus welchem Grund regelmäßig mit diesem Sirenengeheule versucht wird, die Allgemeinheit zu verwirren.
Aber zu den Aufgaben der schwedischen Regierung gehört offensichtlich nicht, sich Fragen zu stellen. Dem Wunsch der Unternehmen der Beerenbranche auf Erteilung von Arbeitserlaubnissen für Beerenpflücker von außerhalb wurde stattgegeben.
Dazu muss man wissen, dass die einheimischen Heidelbeeren nicht nur sehr gesund und lecker sind, sondern ein sonst eher unbekannter Exportartikel der schwedischen Wirtschaft.

Leider ist das Pflücken dieser Beere recht umständlich, auch der sogenannte Blaubeerkamm hilft nur geringfügig bei dieser mühsamen Arbeit.
Dieser Sachverhalt ist auch in Osteuropa bekannt. Nachdem die Unternehmen der florierenden Branche ihre Lohnvorstellungen dort bekannt gaben, mussten sie leider feststellen, dass dort niemand bereit war, den Weg nach Nordschweden auf sich zu nehmen.

Die Rekrutierungsfirmen verfielen daher auf die geniale Idee nach Thailand auszuweichen.Die Blaubeere ist ein Gewächs der Nordhalbkugel und in Thailand eher unbekannt, aber es fanden sich schnell Menschen die bereit waren, den Lockrufen der über die Dörfer tingelnden Werber zu glauben. Für die Zahlung von 1500 bis 1900 EUR an die Rekrutierungsfirma erwarben sie das Recht aufs Beerenpflücken und ein Flugticket. Viele Leute verschuldeten sich für die Aussicht auf ein gutes Einkommen. Allein in diesem Jahr sollen 6000 Thailänder zur Ernte eingeflogen worden sein, der Großteil von ihnen nach Lappland.

In den abgeschlossenen Verträgen wurde den Arbeitskräften eine Arbeitszeit von 8 Stunden täglich und freie Logis zugestanden, in der Praxis waren diese Versprechungen leider nicht umsetzbar.
Per Kilo erhalten die Pflücker 14 Kronen (d.h. ca. 1,40 EUR). Man ist kein Genie der Mathematik, wenn man feststellt, dass dieser Betrag das Sammeln von mindestens 1072 Kilo Blaubeeren erfordert, damit zumindest das Geld für die Flugtickets wieder reinkommt.

Überraschend für die Thailänder forderten ihre Arbeitgeber bei der Ankunft in vielen Fällen plötzlich zusätzlich Kostgeld in Höhe von 150 Kronen täglich, für Essen, Unterkunft und Benzin, zudem wurden ihnen bei der Einreise zu ihrer eigenen Sicherheit die Reisepässe abgenommen.Den Menschen, denen das Geld zur Entrichtung des Kostgeldes fehlte, bot man Kredite an, selbstverständlich unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 5 % per Monat.

Es blieb ihnen also nichts anderes übrig, als mit dem Pflücken loszulegen. Das mühsame Einsammeln der Beeren, verbunden mit der „Appel und ein Ei-Bezahlung“, ließ die Thailänder von morgens um 4 Uhr bis nachmittags um 5 Uhr durch die schöne lappländische Landschaft streifen und hart ackern. An eine Arbeitszeit von 8 Stunden dachte dabei niemand mehr. Leider stellte man fest, dass in einigen Gebieten nicht genügend Heidelbeeren wuchsen und damit nicht mal eine theoretische Möglichkeit zum Geldverdienen vorhanden war.

Das war der Punkt, an dem 200 Arbeiter genug von ihrem Ausflug nach Schweden hatten, in den Streik traten und forderten nach Hause gebracht zu werden.
Ihre Forderung stieß jedoch auf Unverständnis bei den Auftraggebern, stattdessen wurden sie mit diskretem Hinweis auf ihre Pässe zur Weiterarbeit aufgefordert.
Zum Glück der Beerenpflücker trat an dieser Stelle der thailändische Verein Luleå in Erscheinung, lotste die Streikenden zur Stadt Luleå, kurz unterm Polarkreis gelegen, brachte sie mit Hilfe der Kommune in einer Sporthalle unter und sorgte für die kulinarische Versorgung.

Demonstrationen und die Einschaltung der Presse sorgten für Bewegung im Arbeitskampf, sogar der thailändische Arbeitsminister wurde eingeflogen, um sich über die verfahrene Lage zu informieren.Auf die Situation aufmerksam geworden, bewies ein Teil der einheimischen Bevölkerung Solidarität und spendete alles was gebraucht wurde.

Ein anderer und sogleich der kleinere Teil der Einheimischen protzte mit Arroganz, Dummheit und einer gehörigen Portion Frechheit. Der hauptsächlich betroffene Unternehmer warf den Beerenpflückern und dem thailändischen Verein vor, das von schwedischen und thailändischen Stellen gutgeheißene System der Arbeitskräftegewinnung sabotieren zu wollen, um selbst das Geschäft übernehmen zu wollen.
Aber das war noch nicht die Krönung, die kam erst mit der Aussage des schwedischen Arbeitsminister Sven Otto Littorin, der auf Anfrage mitteilte, dass die Schutzregeln des Arbeitsmarktes für alle gelten, die in Schweden arbeiten. Sollten die in diesem Fall nicht eingehalten worden sein, müssten die Betroffenen beim Arbetsmiljöverket (Behörde für Arbeitsmilieu) anrufen und sich beschweren, bei Problemen mit Wohnraum sollten sie sich doch bei der zuständigen Kommune melden, um dann scheinheilig zu fragen, warum denn die schwedischen Gewerkschaften in den lappländischen Wäldern nicht zum Durchsetzen des Arbeitsrechts aufgetaucht seien. Und vergaß dabei tatsächlich zu erwähnen, dass seine Regierung im Jahr 2007 den Mindestlohn, samt Tarifvertragsregelungen für die Beerenpflücker abgeschafft hatte, im Übrigen unter lautem Protest der Gewerkschaften.

Nach Tagen der Lösungssuche entschied sich die thailändische Regierung zur Übernahme der Rückflugkosten. Die Kommune Luleå organisierte und bezahlte die Busse zum Flughafen Stockholm und bei der Abfahrt erhielten die Thailänder ihre Pässe zurück. Das war Ende August.
Jetzt im Herbst warten die 200 Menschen, überwiegend aus Thailands armen Nordosten stammend, immer noch auf ihre Bezahlung vom Beerensammeln.

Freitag, 13. November 2009

Freitag und Nachmittag



Alkoholische Getränke sind nicht wie andere Lebensmittel (Darum werden sie in Schweden auch auf andere Weise verkauft, als jene). Wenn man sie maßvoll trinkt, können sie das Leben bereichern, besonders zusammen mit gutem Essen und netter Gesellschaft. Aber wenn man unvorsichtig ist, können sie Dinge wie Hautprobleme, Schrumpfleber und Abhängigkeit verursachen.
(Aus einer Informationsbroschüre der staatlichen Monopolfirma Systembolaget)


Wer eines der letzten Abenteuer Schwedens erleben möchte, der begebe sich nach Stockholm! Nicht in die Stadt im Allgemeinen, die ist sicher und langweilig wie jede Stadt in Europa, sondern zu einem speziellen Ort der Stadt, zu einer bestimmten Zeit.
Diesen Ort finden sie an einem Freitagnachmittag in einem der wenigen innerstädtischen Alkoholläden.

Für die unter ihnen, verehrte Leser, die es vielleicht noch nicht wissen: die Skandinavier haben ein eher gespanntes Verhältnis zum Alkohol.
So kam man auf die bestechende Idee ein staatliches Monopol zu errichten und Bier, Schnaps und Wein nur in Geschäften namens Systembolaget zu verkaufen.
Bedauerlicherweise kritisierten die Beamten der Europäischen Union in Brüssel die famose Idee eines Alkoholmonopols, mit dem Einwand, dass diese den Wettbewerb verhindere.
Die Schweden entschieden sich zur Verteidigung ihrer zivilisatorischen Errungenschaft.
Eine schwere Aufgabe, die sie bravourös meisterten, in dem sie die gesundheitspolitschen Aspekte der Einschränkungen des Marktes hervorhoben und die Öffnungszeiten der Geschäfte bis 18.30 Uhr ausweiteten.

Der Spagat zwischen Schädlichkeit der Alkoholika für Leib und Seele auf der einen Seite und Lebensfreude auf der anderen, führt dabei zu einzigartigen Ergebnissen.
Während ich mir beispielsweise einen französischen Wein ansehe und mir der Zahn tropft oder ich vergeblich ein gutes deutsches Bier suche, kann ich auf übertrieben großen Plakaten lesen, wie gefährlich genau das ist, was ich gerade tue.
Ich werde durch handgroße Buchstaben darüber aufgeklärt, dass jeder dritte Mord unter Alkoholeinfluss ausgeübt wird, dass jede zweite Ehe in Suffeskapaden endet oder dass die Gefahr besteht, mein Vermögen im Rausch zu verspielen.
Ich habe zwar kein Vermögen, aber da ich unbedingt verhindern möchte meine Frau zu erschlagen, stelle ich zumeist den Wein zurück ins Regal und nehme mir mit sauschlechten Gewissen eine Dose mit schwedischen Bier. Während der Wartezeit in der Schlange an der Kasse kann ich dann wiederum auf einem neuen Plakat lesen, dass mein französischer Wein ausgezeichnet zu Pasta oder Karnickelbraten gepasst hätte. Verwirrt und mich fragend, welche Verbindung zwischen einem Karnickel und der Gesundheit meiner Frau besteht, gehe ich mutig zum Weinregal zurück und hole mir dann doch meinen Wein.
Die nette Frau an der Kasse traut meinem Bartwuchs nicht und fordert meinen Ausweis. Alkohol gibt es erst bei Vollendung des 20.Lebensjahres. Geschmeichelt von ihrer Ehrlichkeit, aber mit Gedanken über meine beginnende Alkoholsucht, schlürfe ich von dannen.

Dieses System funktioniert meistens ausgezeichnet.
Nur gibt es viel zu wenige von diesen Läden, und da sind wir auch schon beim Freitagnachmittag.
Die Schweden sind in vielen Dingen sehr diszipliniert, z.B. wird nur am Wochenende gesoffen. Abweichungen von dieser Regel gestattet man nur Alkoholikern und Ausländern.
Also versammelt sich ganz Stockholm am Freitag nach Dienstschluss in den Systembolagetläden. Familie Svensson mit ihren drei Kindern, zwei davon sitzen im praktischen Doppelkinderwagen, der Yuppie im feinen Anzug oder der überarbeitete Bauarbeiter stürzen sich auf die Bierpaletten.
Im Kampf um den Alkohol sind alle Klassenschranken aufgehoben. Jeder versucht seinen gerechten Teil vom Kuchen, also dem Wochenendrausch, abzubekommen.
Erst herrscht Gedränge, dann Anarchie auf den Gängen. Auch wenn man wollte, die Erziehungsplakate sind durch die Menschenmassen nicht mehr zu sehen. Zum Lesen hat man sowieso keine Zeit, da sonst die Gefahr bestände durch die Nachrückenden über den Haufen gerannt zu werden. Der Wachschutz marschiert zu diesem Zeitpunkt auf, verschließt die Eingangstüren mit dem Anliegen ein vollständiges Chaos zu verhindern.
Schnell bildet sich draußen eine mehrere hundert Meter lange Schlange. Verzweiflung macht sich breit, denn jeder ist besorgt keinen Wochenendvorrat zu ergattern.
Die kräftigen Wachschützer in hässlichen Uniformen versuchen die Menge mit bösen Blicken zu beruhigen und lassen nur neue Leute in das Geschäft, wenn eine ausreichende Anzahl von Kunden den Laden wieder verlassen hat. Dabei gehen sie recht willkürlich vor, denn niemand hat einen Überblick über die wahre Situation im Ladeninneren. Dort reißen sich die sonst zurückhaltenden Schweden das Dosenbier gegenseitig aus den Händen, schubsen und drängeln. Die Angestellten kommen mit dem Nachfüllen der Regale nicht mehr nach, sie können sie auch nicht nachfüllen, da kein Durchkommen mehr ist. Sie verstecken sich also zu ihrer eigenen Sicherheit in den Mitarbeiteraufenthaltsräumen.

Die Unruhe steigt noch einmal, wenn sich die Schließungszeit nähert. Familie Svensson, die es jetzt endlich mit ihren drei Kindern bis nach draußen geschafft hat, bekommt von den immer noch in der Schlange vor der Tür stehenden Massen imposante Beträge für ihren Einkauf geboten. Doch ist sie nicht mutig genug, darauf einzugehen. Nur der pfiffige Bauarbeiter hat vorsorglich zehn Bier mehr gekauft, um sie vor der Tür mit 50 Prozent Gewinn an zwei Achtzehnjährige zu verhökern und macht sich damit strafbar.

Die später Gekommenen werden panisch und drücken die Menge in Richtung Wachschützer.
Diese geben, um ihr Leben besorgt, nach und öffnen die Eingangstür, um sich dann gekonnt zur sicheren Seite zu retten.....

Erstaunlicherweise wird es wenige Augenblicke vor dem Feierabend schlagartig leer.
Zwei oder drei letzte Kunden frohlocken darüber, dass sie noch ein paar englische Premiumbier, für läppische 3 Euro die Flasche, abbekommen haben, dann trauen sich auch die Angestellten des Geschäfts wieder aus ihrem Kabuff. Sie sammeln die leeren Kartons ein und der Filialleiter schließt die Tür pünktlich von innen ab. Nun beginnt das Wochenende.

Selbstverständlich beteiligen sich nicht alle Eingeborenen an diesem ritualisierten Massenerlebnis. Manche kaufen klugerweise ein, zwei Tage vorher ein. Viele Schweden versorgen sich auch illegal über das Internet oder machen regelmäßige ausartende Einkaufsfahrten ins nahe Ausland, sofern sie den Alkohol nicht selber brennen. Aber dazu später mehr.

Donnerstag, 12. November 2009

Neues aus dem Barbaricum



Für die Römer endeten an Rhein und Donau ihr Reich und ihre Zivilisation. Das Gebiet hinter diesen Flüssen nannten sie Barbaricum.
Diese Gegend galt als undurchdringliche Wildnis, mit tödlichen Sümpfen und nebligen Wäldern, eigenartigen und gefährlichen Tieren und mit schrecklichen, biertrinkenden, fellbekleideten Eingeborenen.
Die meiste Zeit des Jahres war es dort kalt und wenn es einmal nicht regnete, dann schneite es.
In den Augen der Römer konnte kein richtiger Mensch dort leben wollen, denn ein Leben ohne die Errungenschaften der Zivilisation, ohne Sonnenlicht, ohne Wärme war ihnen unvorstellbar.

So oder so ähnlich klangen auch die Meinungen meiner Berliner Mitmenschen als sie vernahmen, ich wolle nach Schweden verziehen. Unverständnis und Spott waren die häufigsten Reaktionen zu meiner Entscheidung, meiner Schönen in ihr Heimatland zu folgen. Nach Schweden! Dem unwirtlichen Land kurz unterm Nordpol, dem Gebiet der beinahe ewigen Dunkelheit, der Heimat von Braunbären, Elchen und blonden Hünen, die regelmäßig auf der Suche nach Alkohol aus ihren Wäldern hervorbrechen und über die Ostsee nach Süden vorstoßen, wenn sie nicht gerade mit Schneeschippen beschäftigt sind.

Sie sehen, wie sehr sich die Meinungen ähneln, scheinbar hat sich die Grenze des Barbaricum nur ein wenig nach Norden, an die Ostsee verschoben.
Das soll mir Grund sein, an dieser Stelle aus Schweden zu berichten. Vielleicht kann ich, stets der Wahrheit verpflichtet, Urteile und Vorurteile bestätigen oder widerlegen. Auf jeden Fall, lieber Leser, möchte ich sie unterhalten.

Grüße aus dem Barbaricum
Max Kenner