Am Sonnabend war es soweit. Nach sechs Wochen des Dahinvegetierens im Dämmerlicht verschwanden Wolken und Nebel und die Sonne ließ sich blicken.
Kurz nachdem sie gegen 8 Uhr aufgegangen war, füllte sich unten am Mälarsee die Strandpromenade mit Menschen. Sechs lange Wochen hatte sich dort, abgesehn von wenigen Freaks wie mir, niemand blicken lassen, nun fühlte sich mindestens die Hälfte der Stockholmer Bevölkerung bemüßigt, das wiedergekehrte Licht mit einem Spaziergang zu ehren. Wie zur besten rush-hour auf dem Essingeleden entstanden schnell Gedränge und Platzmangel. Wären die Menschen nicht schon im Schritttempo unterwegs gewesen....
Allseits grüßte man höflich die Entgegenkommenden. Ein sicheres Zeichen für den Übermut, der die Einheimischen ergriffen hatte. Einige Leute fotografierten, einige Andere hielten ihr Pläuschchen am Wegesrand und wieder andere Leute verharrten an einer Stelle und hielten nur ihre Gesichter in die Sonne. Die Freude über das Ereignis war allen gemeinsam. Mit anderen Worten die Menschen fanden sich zu einem volksfestartigen Beisammensein ein.
Bis, ja bis kurz vor 15 Uhr die Sonne hinter dem Horizont verschwand, da leerten sich die Wege, kein Mensch hielt es mehr für nötig am See entlang zu gehen und schon am nächsten Morgen waren Wolken und Regen zurück.
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