Donnerstag, 25. April 2013
Zeichen der Zeit
Heute ist der erste Tag, nach gefühlten zehn Jahren, an dem der Mälarsee vollständig eisfrei ist.
Und während vor einem Monat in Stockholms Innenstadt noch Rekord-Niedrigwasser gemessen wurde, ist er nun wegen dem Schmelzwasser bis zur Oberkante voll.
Das Eis hat in diesem Winter ganz schön gewütet. An vielen Stellen hat sich die Uferkante um einige Meter verschoben, Bäume wurden umgedrückt, Stege abrasiert. Aber das ist alles halb so schlimm, denn jetzt ist das Eis weggeschmolzen, jetzt kommt die schöne Jahreszeit.
Heute liefen schon einige Schweden mit kurzen Hosen durch die Gegend. Für mich ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich die schwedische Mentalität immer noch nicht verinnerlicht habe, schließlich zeigt das Thermometer 12° im Schatten an (O.K., ich gebe es zu, in der Sonne ist es etwas wärmer).
Einen "richtigen" Schweden scheint das nicht zu stören. Es geht wohl vor allen Dingen um das Gefühl. Das Gefühl, das nun der Sommer da ist.
Was spielt es da für eine Rolle, dass die Temperaturen nicht ganz mithalten?
Aber genug der guten Nachrichten! Bevor die Hochgefühle überhand nehmen, muss ich unbedingt noch zwei Meldungen aus den schwedischen Medien wiedergeben.
Martin Lorentzon, seines Zeichen Gründer von Spotify, hat 60 000 000 Kronen an Steuern gespart, in dem er schon 2005 auf Zypern eine Briefkastenfirma gründete, der er dann sein Aktienportfolio überschrieben hat.
Da kann das schwedische Finanzamt aber nichts machen.
Das hat alles seine gesetzliche Richtigkeit und Herr Lorentzon ist weiterhin ehrenhaftes Mitglied der schwedischen Gesellschaft.
Das ist selbstverständlich auch Stefan Löfven. Der Arbeitersohn, ehemaliger Schweißer und nun neuer Parteichef der schwedischen Sozialdemokraten wird im Juni in London, wie die Zeitung Svenska Dagbladet meldete, auf Einladung des Großinvestors Jacob Wallenberg an der Bilderberg-Konferenz teilnehmen.
Die mythenumwobene und heimlichtuerische Bilderberg-Konferenz ist das jährliche stattfindene Treffen von einflußreichen Leuten aus Wirtschaft, Politik und Adel, das viele Menschen zu Kritik, aber auch zu Verschwörungstheorien anregt. In informeller Atmosphäre tauschen sich die Teilnehmer aus und sprechen über Themen, die der Rest der Menschheit erst im Nachhinein erfährt.
Stefan Löfven wird also von Herrn Wallenberg mit der globalen Elite bekanntgemacht werden.
Wie die Zeitung weiter meldete, reiste schon im Jahr 2006 der damalige Oppositionsführer und Oberhaupt der Moderaten-Partei Herr Fredrik Reinfeldt auf Einladung von Wallenberg mit deren Privatflugzeug zur damaligen Bilderberg-Konferenz. Kurz darauf gewann Reinfeldt die Wahl und wurde Schwedens neuer Ministerpräsident.
Einige wollen nun die Zeichen der Zeit erkannt haben und meinen, das bedeutete wohl, bei der kommenden Wahl werden die Sozialdemokraten gewinnen und Löfven der neue Ministerpräsident Schwedens.
Ich würde mich natürlich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und tue diese Übereinstimmung nur als Zufall ab.
Der passende Soundtrack zur Zeit
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