Mittwoch, 23. März 2011
Hello again!
Es ist immer der gleiche Vorgang. Irgendwann zwischen Herbst und Winter verschwinden die Gerüche. Nicht das ich das unbedingt bedauern würde, eigentlich geht der Augenblick an mir stets unbemerkt vorüber.
Doch wenn die Eisfläche unten auf dem See verdächtig zu knirschen beginnt, um dann mit lautem Knacken fortzufahren, die Vögel permanent ihre Gefühle kund tun, die Nachbarn auch unbeobachtet lächeln, dann ist der Moment gekommen, an dem mir bewusst wird, was mir das gefühlte letzte halbe Jahr gefehlt hat: Die Gerüche unserer Welt.
Nun brechen sie alle auf einmal auf mich ein. Der Duft von modriger Erde, ein Hauch von Seewasser, herangetragen vom milden Südwind, der unbestimmbare Geruch von frischen Brötchen, der Wohlgeruch der Kiefern, liebliche Brisen von Frühlingsblumen, sie alle dringen zu meiner Freude in den Riechgang ein.
An manchen Stellen gesellt sich der Gestank von Verwesung oder Kot dazu und bremst die Euphorie ein Stück weit. Der Schnee überdeckte wohl das eine oder andere Malheur. Jedoch spätestens nach der nächsten Wegbiegung hat sich das erledigt und das in der Gegend herumschnüffeln macht mir wieder Spaß.
Ich weiß nicht, wo sie sich so lange versteckt hielten, die Gerüche dieser Welt.
Doch was ich weiß ist, der Frühling ist zurück in Schweden.
Herzlich Willkommen!
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